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IGEL HELFEN

SCHAFFE MEHR LEBENSRAUM UND
WENIGER GEFAHREN

Der natürliche Lebensraum des Igels hat sich stark verändert. Die Vielfalt der Landschaft geht durch intensive Landbewirtschaftung und Bebauung mit verstärkter Versiegelung immer mehr verloren.

 

Igel finden kaum noch natürliche Rückzugsorte und Nahrung. Stattdessen haben sie ihre Nistplätze unter Mülltonnen oder in Ladebereichen unter Holzpaletten.

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Wildtiere brauchen wieder mehr Gärten und grüne Landschaften mit Wildblumen, Büschen und Sträuchern und weniger makellos aufgeräumte, sterile Grünflächen mit Schotterumrandung.​

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Bereits mit einfachen Maßnahmen kannst du dem Igel helfen!

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Wie das geht?

Das erfährst du hier!

IGEL IM GARTEN

FÜR MEHR WILDE ECKEN UND
WENIGER AKKURATE MONOKULTUR

Igel brauchen Hecken & wilde Ecken!

Nicht umsonst werden sie auch sprichwörtlich als "Heckenschwein" übersetzt.

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​Dein Garten kann ganz einfach zu einem Igelparadies werden und das Beste daran: du darfst faul sein!

Was für manche nach Chaos und Unordnung aussieht, ist für den Igel und andere Lebewesen ein Zuhause. Ein naturnaher Garten bedeutet nicht, dass er vernachlässigt wird - er ist lediglich ein vielfältiger und strukturreicher Lebensraum, in dem die Natur, Natur sein darf.​

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Ein Futter- oder Schlafhaus ist klasse - aber bitte mit entsprechendem Flair!

Das beste 5-Sterne Luxushotel mit allem Komfort im Inneren bringt nichts, wenn vor der Tür eine karge, triste Schotterlandschaft ist.

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Eine natürliche Vegetation schaffst du bereits, indem du heimische Pflanzen & Gehölze pflanzt und deren Laub & Schnittgut in deinem Garten behälst, statt sie zur Deponie zu bringen.

Entsiegele deine Flächen und verzichte auf Unkrautfolien - ein natürlicher Bodenschutz wie Rindenmulch liefert ebenfalls einen Lebensraum für Kleinstlebewesen.

EIN GARTEN IN DEM DIE NATUR NATUR SEIN DARF

Es geht nicht nur darum, dem Igel einen Lebensraum zu schaffen, sondern eine Grundlage dafür, dass sich Insekten und Kleinstlebewesen in deinem Garten ansiedeln.

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Auch andere Wildtiere wie Fledermäuse, Vögel und Amphibien werden deinen Garten besuchen. 

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Mit Totholz schaffst du ein Zuhause für Käfer, Spinnen, Gliederfüßer, Molche.

In solchen Habitaten findet der Igel seine Nahrung.

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Foto: Stefanie Heering

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Foto: Stefanie Heering

FÖRDERE DIE ARTENVIELFALT

Du brauchst kein 2.000qm Grundstück!

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Du denkst mit deinem kleinen Garten kannst du eh nichts ausrichten? Falsch! Schon auf kleinstem Raum kann Leben enstehen. 

Und wenn jeder seinen eigenen kleinen Raum naturnah gestaltet, schließt sich das zu einem großem Ganzen zusammen. 

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Igel haben im ländlichen Bereichen eine Reviergröße von bis zu 40 Hektar - im städtischen Raum zwar wesentlich weniger, aber immer noch bis zu 5 Hektar Streifgebiet. 

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Ein einzelner Garten reicht also nicht aus. Ein Igel der dich besucht, besucht im Laufe der Nacht zig weitere Gärten.

VIELFALT SCHAFFEN
  • heimische Gehölze und Stauden pflanzen

  • Laubhaufen 

  • Totholz in Beeten oder als Haufen

  • Benjeshecke

  • Käferkeller
  • Wiesen mit Gräsern und Wildblumen
  • Wasserstellen
GEFAHREN VERMEIDEN
  • Netze & Schnüre sicher verstauen

  • Gruben, Schächte & Erdlöcher abdecken

  • Kübel, Boxen und andere Gefäße sicher aufstellen / umdrehen

  • Ausstiegshilfen anbringen (Teich, Pool, Kellertreppen)

  • Auf Gifte und chemische Mittel verzichten

  • keine Schlagfallen, Rattenfallen, Köderboxen

  • Rasentrimmer, Mähroboter und Laubsauger /-bläser verzichten/verantwortungsvoll einsetzen

  • Durchgänge schaffen (Igeltor)

Blätter und Laubhaufen

WASSER MARSCH!
Keine Milch - davon bekommt der igel durchfall

BARRIEREFREIHEIT

WEG FREI FÜR DIE STACHELRITTER -
ÖFFNE DEINEN GARTEN!

Igel haben einen großen Radius und legen in einer Nacht mehrere Kilometer zurück um Nahrung zu finden und sich fortzupflanzen.

Behindert werden sie durch Zäune oder Mauern, die keine Durchgänge bieten. 

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Bereits ein 13 x 13 Zentimeter kleiner Durchschlupf kann dem Igel helfen neuen Lebensraum zu finden. Ein Igel, der in deinem Garten unterwegs ist, ist auch in dem Garten drei Straßen weiter zu Hause.

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Nach dem Vorbild und der Idee aus Großbritannien der „Hedgehog Highways“ werden Gärten durch Öffnungen in Zäunen und Mauern oder kleine Rampen miteinander verbunden. So können Igel ihr Revier sicher Durchstreifen, sparen Energie und müssen keine gefährlichen Straßen überqueren. 

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​Ein Igeltor kannst du ganz einfach selber basteln oder auch käuflich erwerben. 

FUTTERHAUS

EIN FUTTERHAUS SCHÜTZT DAS FUTTER
VOR WIND & WETTER UND FRESSFEINDEN

Auch in einem natürlichen Lebensraum gibt es nicht mehr genug Insekten, damit der Igel ausreichend Nahrung finden kann. 

Wir empfehlen daher das ganzjährige verantwortungsvolle Zufüttern mit Ersatzfutter in einem Futterhaus.

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Ein Futterhaus schützt das Futter vor Regen und auch Fressfeinden, wenn zusätzlich noch sogenannte Rattenklappen zur Abschreckung angebracht werden.

 

Ob das Haus mit oder ohne Boden kommt, ist egal. Ein Haus ohne Boden ist jedoch einfacher zu säubern!

Futterhäuser gibt es im Handel zu kaufen oder wer handwerklich begabt ist, baut es sich selber. Eine Anleitung findest du hier. 

DARAUF SOLLTEST DU ACHTEN
  • Futterkammer min. 35 cm x 35 cm

  • zwei Labyrintheingänge

  • ggf. Rattenklappen
  • wetterfestes Dach
  • unbehandeltes Holz oder mit natürlichem Öl
  • Hygenie - tägliches Reinigen
  • Wasserschale vor dem Futterhaus
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Foto: Stefanie Heering

Vorsicht beim Kauf von"igelfutter"!
igel sind fleisch- und insektenfresser
Körner, getreide & saaten können nicht verdaut werden und führen zu schlimmen inneren verletzungen!

GEEIGNETES ERSATZFUTTER

Aufgrund des Insektensterbens und immer geringeren Aufkommens natürlicher Nahrung, empfehlen die Igelfreunde das ganzjährige verantwortungsvolle Zufüttern mit Ersatzfutter. Sämtliche Zubereitung erfolgt ohne zusätzliche Gewürze - ein Tropfen Öl reicht aus.

Neben dem Ersatzfutter ist auch eine flache Schale mit frischem Wasser anzubieten - keine Milch!

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Hier findest du eine bebilderte Übersicht über geeignetes Katzenfutter.

Igel sind Feinschmecker und teils sehr wählerisch, daher gilt:

einfach ausprobieren was dem Igelgaumen genehm ist. 
 

  • hochwertiges Katzennassfutter (Pastete)

  • hochwertiges Katzentrockenfutter (Kroketten)

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Um Abwechslung in den Speiseplan zu bringen, kannst du auch einen besonderen (Sonntags-)Happen anbieten:

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  • schlabbriges Rührei oder gekochtes Ei

  • gebratenes Rinder- oder Geflügelhack

  • lebende oder getrocknete Insekten (Mehlwürmer, Soldatenfliegenlarven, Heimchen, etc.)

  • gekochtes Hühnerfleisch / Hühnerschenkel


Die Fütterung sollte im Winter keinesfalls eingestellt werden. Igel gehen auch bei Nahrungsangebot in den Winterschlaf. Außerdem kommt es vor, dass Igel zwischendurch wach werden und Futter suchen. Eine kleine „Notschale“ mit Trockenfutter, die selbstverständlich regelmäßig kontrolliert wird, kann dann gerne bereitstehen. 

Für die ganzjährige Fütterung empfiehlt sich ein Futterhaus. Es schützt das Futter vor Wind & Wetter und auch vor Fressfeinden.

NATÜRLICHE NAHRUNGSQUELLEN FÖRDERN

Igel sind Insekten- und Fleischfresser.

 

In einem artenvielfältigen Lebensraum findet der Igel ein abwechslungsreiches Buffet. 
 

In deinem Garten kannst du mit einem Käferkeller, Totholzhaufen, einer Benjeshecke, Magerwiesen und Sumpfbeeten verschiedene Habitate schaffen.

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Diese Bereiche schaffen Lebensräume für unterschiedlichste Lebewesen und sorgen für einen gesunden Kreislauf der Natur.

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Foto: Stefanie Heering

SCHLAFHAUS

EIN SCHLAFHAUS BIETET EINEN GESCHÜTZEN UNTERSCHLUPF - SOMMER WIE WINTER

Anders als beim Futterhaus hat das Schlafhaus nur einen Eingang.

Häuser ohne Boden bieten sich besonders gut an, da Igel sich gerne eine kleine Kuhle in die Erde buddeln, um sich dort für den Winterschlaf einzukuscheln.

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Foto: Stefanie Heering

DARAUF SOLLTEST DU ACHTEN
  • Schlafkammer mindestens 30 cm x 30 cm

  • keine Rattenklappe 

  • wetterfestes Dach

  • unbehandeltes Holz oder mit natürlichem Öl

  • geschützter Standort an Mauer, unter Hecken

  • Nistmaterial in der Nähe anbieten (Laub, Stroh)

AUSWILDERUNG

SOFTRELEASE - DAMIT SICH DIE IGEL AN IHR NEUE UMGEBUNG GEWÖHNEN KÖNNEN

Ein Softrelease - also eine sanfte Auswilderung - findet dann statt, wenn ein Igel nach der Rehabilitation wieder in die Freiheit entlassen werden kann.

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Auch bei Waisenkindern, die noch vor dem Winter in die Freiheit entlassen werden können, findet eine Auswilderung in einem Gehege statt.

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Niemals wird ein Igel einfach so wieder in die Freiheit entlassen - schon gar nicht in eine neue Umgebung, die er nicht kennt. Die Auswilderung dient dazu, dass der Igel Gerüche und Geräusche seiner neuen Heimat aufnehmen und sich eingewöhnen kann. 

 

Ein gesundgepflegter Igel sollte daher wenn möglich immer wieder in sein altes Revier zurückkehren können.

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Typischerweise erfolgt die Auswilderung über ein Freigehege - wie lange die Aufenthalt im Gehege sein sollte, richtet sich nach dem Igel.

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Ein Alt-Igel kann nach wenigen Tagen wieder in sein bekanntest Revier entlassen werden. Ein Jungigel oder sogar eine Handaufzucht erfordert einen längeren Aufenthalt im Trainingslager. Die Kleinen müssen sich nicht nur an die Umgebung gewöhnen, sondern auch das Immunsystem wird hier wieder gestärkt bei Handaufzuchten sogar erstmals überhaupt gefordert.

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Mehr zum Thema Auswilderung findest du HIER

Auswilderung (soft).jpg
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Wir suchen immer wieder Auswilderungsplätze für unsere Pfleglinge.

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